Die Gruppe der Miniaturgefäße setzt sich besonders in der Mitte des 13. Jahrhunderts von dem zu diesem Zeitpunkt gängigen Gebrauchsgeschirr ab. Mit einer gelben, braunen oder grünen Glasur überzogen, lassen sich die kleinen Gefäße mit ihrer einfachen Grundform klar von der durchweg unglasierten Küchen- und Tafelkeramik unterscheiden. Auf der Burg Bartenstein kann das Fragment eines kleinen, doppelhenkeligen Topfes dieser Gruppe zugewiesen werden. Fragmente weiterer Miniaturgefäße waren in den Straten des 14. bis 16. Jahrhunderts enthalten, bezeugen damit die kontinuierliche Verwendung dieser Behältnisse. Urspünglich wurden die Miniaturgefäße als für Kinderhände gemachte Miniaturausführungen von Geschirrren gedeutet. Inzwischen geht die Forschung davon aus, dass sie ursprünglich kostabre Essenzen oder Pharamzeutika enthielten. Der Inhalt wurde in einer angemessen kostbaren Verpackung verkauft.

 

Weiterführende Literatur:

Jens Beutmann u. Hauke Kenzler, Weiße Miniaturgefäße des 12. bis 14. Jahrhunderts aus Sachsen in ihrem überregionalen Kontext, in: In: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 46 (2004), S. 485-494

Per Christian Madsen, Mittelalterliche bleiglasierte Miniaturgefässe aus Ribe, in: Hartwig Lüdtke u. Rüdiger Vossen (Hgg.), Töpfereiforschung, Bonn 1991, S. 427-440

Peter Fuchs u. Hilde Koths, Miniaturgefäße heller glasierter Irdenware und figürlich verzierte Rasseln des Hohen Mittelalters aus dem Berliner Raum, in: Jörg Haspel u. Wilfried Menghin (Hgg.), Miscellanea Archaeologica: Festgabe für Adriaan von Müller zum 70. Geburtstag, Berlin 2000, S. 92-101