Die Feuersbrunst von 1405

Eine Katastrophe für die Bewohner … und sein Segen für die Archäologen

Die Geschichte mancher Spessartburgen ist – aus archäologischer Sicht – zugleich eine Chronologie verschiedener Katastrophen. Immer wieder stoßen die Spatenforscher auf Brandschichten, bei denen bisweilen das gesamte Gebäudeensemble unwiederbringlich zerstört wurde. Oft fanden diese Brandkatastrophen keine schriftliche Erwähnung. Ein Brand in einer Burg oder in einem Kloster war katastrophal. Das Feuer breitete sich in Windeseile in den eng beieinander stehenden Fachwerkhäusern aus. Ein Löschen des Brandes war nicht möglich. Es dauerte Tage, ja sogar Wochen, bis der Brand endgültig erloschen war. Zwischenzeitlich hatten sich in den Brandnestern Temperaturen von weit über 1000 Grad Celsius gebildet. Sie brachten Glas und sogar Keramiken zum Schmelzen. Ein Gutteil der Fachwerkwände verziegelte. Organische Materien konnten sich bei diesem Prozess nicht erhalten.

Bei den Grabungen auf de Burg Hauenstein erwiesen sich die Brandschichten innerhalb und außerhalb der Burg als wahre Schatzkästchen. Dies ist in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass nach dem Schadfeuer dort niemand den Brandschutt nach Verwertbarem durchwühlte. So konnten die meisten Objekte zwar zerscherbt oder verbogen aber meist vollständig zu Tage gefördert werden. In vergleichbaren Brandschichten auf dem Gotthardsberg bei Amorbach oder auf der Burg Wahlmich bei Waldaschaff musste man sich hingegen mit geringen Resten des ursprünglichen Equipments begnügen.


Keramik/Ziegel


Eisen


Edelmetall


Sonstiges

Hotspot in mehrerer Hinsicht war ein der Zwingermauer südwestlich vorgelagertes Fachwerkgebäude, das unter anderem auch als Mühle genutzt wurde. Hier stürzte das komplette Inventar sowie weitere, vermutlich von der Burg selbst dorthin gebrachte Wertgegenstände in den Keller. Die bis zu zwei Meter mächtige Brandschicht enthielt Bauteile wie Dachziegel oder Hausteine, und Keramiken und vor allem Eisenobjekte.

Eine weitere Besonderheit der Fundstücke von der Burg Hauenstein ist, dass sie bis auf wenige Ausnahmen aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts stammen. Damit bilden sie das untermainische Gegenstück zu den Funden aus der 1399 zerstörten Burg Tannenberg an der Bergstraße.

Auf Initiative des Vereins „Kulturlandschaft Kahlgrund“ in Mömbris wurden die wichtigsten Fundstücke aus Metall bald nach der Grabung zu konservatorischen Betreuung gegeben. Daher ist es uns bereits jetzt möchlich, Ihnen an dieser Stelle die ersten restaurierten Fundstück vorzustellen.


© Harald Rosmanitz, Partenstein 2018