Ein Hügel voller (Ge)Schichten

Die Ausgrabungen auf der Burg Hauenstein im Jahre 2017

Ein Vortrag von Harald Rosmanitz

vom Archäologischen Spessartprojekt e. V. – Institut an der Universität Würzburg

am Mittwoch, den 24. Januar 2018, 19.00 Uhr

im Pfarrheim der Gemeinde Krombach, Kirchweg 7 in 63829 Krombach

Eine Veranstaltung des Bürgerforums Krombach und der Gemeinde Krombach

Eintritt frei!

Krombach, Burg Hauenstein, Blick von Westen auf die GrabungAm Rand des Spessarts, auf der Gemarkung von Krombach, liegt in einer Senke am Zusammenfluss zweier Bäche ein ganz besonderes Bodendenkmal. Es handelt sich um die Reste einer mehr als sechshundert Jahre alten Burg. Heute fällt sie kaum ins Auge, ist die Anlage doch vollständig von Buchen überwachsen.

Im Herbst 2017 untersuchte das Archäologische Spessartprojekt im Auftrag und unter tatkräftiger Mithilfe der Arbeitsgemeinschaft Burg Hauenstein das Bodendenkmal. Ziel der Arbeiten war es, mehr über die Entstehungszeit und über die Nutzungsphasen der Anlage zu erfahren. Wie bei allen vom Archäologischen Spessartprojekt betreuten Grabungsprojekten war die Bevölkerung von Anfang an in die Bodenuntersuchungen vollumfänglich eingebunden.

Die Burg Hauenstein wurde im Zuge der Festigung der Macht des neuen deutschen Königs, des Wittelsbacher Ruprecht im Konflikt mit den Grafen von Hanau im Jahre 1405 im wahrsten Sinne des Wortes von der Landkarte getilgt. Die Zerstörung war umfassend und tiefgreifend. Zu Beginn der Grabung ließen nur noch kniehohe Mauerstümpfe erahnen, dass an dieser Stelle einst eine Burg stand. Schon in den ersten Grabungswochen zeigte sich, dass die erhofften Mauerstrukturen weit ausgeprägter im Boden vorhanden waren, als ursprünglich vermutet. Die Burg selbst war mit ihrem der Ringmauer vorgelagerten Zwinger deutlich größer als ursprünglich angenommen. Der große, in der Südwestecke des Bodendenkmals angelegte Schnitt brachte neben den Resten der um 1370 errichteten Burg auch die Grundmauern eines zum Bach hin vorgelagerten Fachwerkhauses zu Tage.

Obwohl die Burgbesatzung vor dem systematischen Abriss alles was nicht niet- und nagelfest war, abzutransportieren suchte, lässt sich aus den erhaltenen Scherben, Knochen sowie aus den Glas-, Eisen- und Messingobjekten vieles über den Alltag auf der Burg ablesen. Im Rahmen des Vortrags wird es jedoch nur möglich sein, auf einige wenige Fundstücke genauer einzugehen.

Der Grabungsleiter und wissenschaftliche Bearbeiter der Untersuchung, Harald Rosmanitz, zieht eine Bilanz über ein Projekt und verknüpft die Grabungsergebnisse von der Burg Hauenstein mit den Untersuchungen zeitgleicher Burgen wie der an der Bergstraße gelegenen Burg Tannenberg.