Spessartit - gerne verwendet für die Herstellung von PflastersteinenDer Name Spessart wurde in der Mineralogie und der Geologie mit zwei Namen eingeführt. Zum einen gibt es das Gestein Spessartit zum anderen gibt es das Mineral Spessartin. Infolge der Namensähnlichkeit werden sie oft verwechselt.

Das Mineral Spessartin wurde 1787 „im Spessart bei Aschaffenburg“ vom russischen Fürst Dimitrij Alexejewitsch Gallitzin (1738-1803) aufgesammelt. Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst baute er eine umfangreiche Mineraliensammlung auf, die später nach Jena kam und von keinem geringeren als Johann Wolfgang von Goethe betreut wurde. Die ersten chemischen Analysen wurde vom berühmten Martin Heinrich Klaproth an dem damals noch „granatförmige Braunsteinerz“ genannten Minerals durchgeführt. Die Namensgebung „Braunsteinkiesel“ erfolgte dann 1813 durch den Mineralogen J. F. L. Hausmann in seinem Handbuch der Mineralogie. Der Münchner Professor Franz von Kobell veröffentlichte erneute Analysen des Spessartins im Jahre 1868.

Bei dem Mineral Spessartin handelt es sich um ein Mineral der Granat-Gruppe. Granate entstehen bei der Umwandlung von Gesteinen bei großer Hitze und Druck. Sie sind hauptsächlich rot oder braun gefärbt und haben eine Härte nach Mohs von 6,5 – 7,5. Der Spessartin ist das Mangan-Glied mit der chemischen Formel Mn3Al2[SiO4]3. Spessartin wurde früher als Schleifmittel und Schmuckstein verwendet. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist heute eher gering. Spessartine sind besonders im Raum Glattbach – Aschaffenburg – Haibach verbreitet.

Im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Abbaue oder Abbauversuche auf diese Pegmatite wegen der damals gewinnbringenden Feldspatgewinnung. Dabei wurde Spessartin neben Turmalin und anderen, typischen Pegmatit-Mineralien reichlich gefunden und gelangte durch in zahlreiche bedeutende Mineraliensammlungen, auch in das Ausland. Der schönste Spessartin-Kristall aus dem Spessart, gefunden im 19. Jahrhundert, liegt im Museum of Natural History in London.

Nicht zu verwechseln mit dem Spessartin ist das Gestein Spessartit. Das dunkelgrau bis schwarz gefärbte Gestein gehört zur Gruppe der Lamprophyre. Lamprophyre sind aus Schmelzen erstarrt, die im Erdinnern erzeugt wurden.

Der Spessartit besteht aus einer dunklen Grundmasse, die sich im Wesentlichen aus Feldspäten und Hornblende aufbaut. Olivin, Quarz, Erzmineralien sind weitere Bestandteile mit sehr geringem Anteil. In der feinkörnigen Grundmasse sind größere, grüne Hornblende-Einsprenglinge verteilt. Der Spessartit fand häufig als Pflasterstein Verwendung, so auch im Innenhof des Schlosses Johannisberg in Aschaffenburg. Dort bildet er einen farblichen und auch geologischen Kontrast zum Bauwerk, das vollständig aus Buntsandstein erreichtet wurde.

Spessartin und Spessartit sind Beispiele für die Vielfalt der geologischen Formationen in der Kulturlandschaft Spessart. Die regionale Mineralogie wurde in den letzten Jahren durch Joachim Lorenz vorangebracht. Seine Forschungen gipfelten in der Entdeckung des Sailaufit.

Weitere Informationen zur Geologie des Spessarts erhalten Sie auf der Website von Joachim Lorenz aus Karlstein a. Main

Die Thementafel aus der Ausstellung in Miltenberg von 2005


 * nach Joachim Lorenz, Spessartsteine. Spessartin, Spessartit und Buntsandstein – eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Geographische, geologische, petrographische, mineralogische und bergbaukundliche Einsichten in ein deutsches Mittelgebirge (Karlstein am Main 2010).