Taler aus Hailer. Foto: Joachim Lorenz

Einmal Gold oder Silber finden, das ist nicht nur der Traum eines jeden Mineraliensammlers. Diese Edelmetalle würde jeder einmal gerne aus der Erde holen, am besten noch auf seinem eigenen Grund und Boden. Ähnlich geschah es am Anfang des 17. Jahrhunderts, als der Nachweis eines Silberfundes Grundvoraussetzung für das Schürfrecht war. Graf Wolfgang Ernst zu Ysenburg hatte bei der Wahl und Krönung des Kaisers Matthias in Frankfurt im Jahre 1612 für das Land Ysenburg die Zusage für ein “Münzregal” erhalten. Das ist die Zusage für die Prägung einer Währung. Mit der Inskription “Freiheit, Gulden und silberne Münz zu schlagen” bekam er dann 1617 die ersehnte Genehmigungsurkunde.

Inwieweit der Silbernachweis tatsächlich mit lokalem Silber erbracht wurde ist spekulativ. Häufig wurden die Silbervorkommen durch „Versilbern“ – durch das Einschmelzen silberner Haushaltsgegenstände und anderer Münzen – „ergänzt“.

Die meisten erzführenden Schichten im Spessart sind in der Zeit des Zechsteins entstanden. Die Region nahm damals eine Sonderstellung ein. Durch eine Aufwölbung des Gesteinsuntergrundes entstanden im Ablagerungsraum des Zechsteinmeeres Flachwasserbedingungen. Eine Art Faulschlamm lagerte sich zuerst ab, der sich später zum sogenannten Kupferletten verfestigte. Dieses erzführende Schicht, das Ziel des Bergbaus im Spessart, ist meist nur einen halben Meter mächtig. Sie wird von Dolomitsteinen von etwa 25 m Mächtigkeit überlagert und schließlich von Tonsteinen, die den Übergang zum Buntsandstein markieren.

Überall dort, wo der Kupferletten des Zechsteins die Oberfläche erreichte, wurden Versuche unternommen, die enthaltenen Erze bergmännisch zu erschließen. Das bekannteste und größte Bergbaugebiet des Spessarts ist der Lochborn bei Biebergemünd/Bieber. Der Bergbau ist hier bis in das Jahr 1494 zurück zu verfolgen. Vermutlich ist der Erzbergbau hier noch wesentlich älter. Gewonnen wurden zunächst Kupfer, Blei und Silber. Später erkannte man Klüfte, die mit Kobalt und Eisen vererzt waren. Eng verbunden mit dem Bieberer Bergbau ist der Name Franz-Ludwig Cancrin. Er förderte als Bergbaumeister mit zahlreichen innovativen Anlagen entscheiden den Bergbau im Nordspessart. Zum Teil waren im Bieberer Bergbau bis zu 500 Personen tätig, die untertage, in zahlreichen Schürfen, bei der Erzwäsche oder in der Bieberer Schmelz arbeiteten. Der im 18. Jahrhundert hochentwickelte Montanbetrieb musste allerdings Anfang des 20. Jahrhunderts aufgegeben werden: das Silber aus Südamerika war einfach konurrenzlos billig!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website spessartit.de

Die Thementafel aus der Ausstellung in Miltenberg von 2005