Das bronzene Absatzbeil aus Lohrhaupten in zwei Ansichten. Das Objekt befindet sich in Privatbesitz in Lohrhaupten.Das Bronzebeil aus Lohrhaupten steht stellvertretend für eine Vielzahl von Funden aus der Bronzezeit im Spessart.

Zum Ende der Jungsteinzeit ersetzten erste kupferne Flachbeile die über Jahrtausende genutzten steinernen Beile. Als prominentestes Beispiel sei hier der Fund des Gletschermannes („Ötzi“) in den Ötztaler Alpen zu nennen, dessen Flachbeil aus Kupfer zu den ältesten Funden dieser Art gehört.

Genau wie die Steinbeile wurden auch die Kupfer- und später die Bronzebeile erst durch ihre Schäftung zu benutzbaren Werkzeugen oder Waffen. Durch die Entwicklung von Flach- zu Randleistenbeilen wurde ein seitliches Verrutschen des hölzernen Schaftes vermindert. Absatzbeile – wie das Exemplar aus Lohrhaupten – wiesen einen zusätzlichen Steg („Absatz“) auf, sodass der Holzschaft fest verankert werden konnte.

Die bronzene Lanzenspitze aus dem Spessart. Maße: 21,7 x 3,8 cmNicht weit entfernt vom Fundort des Beils konnte eine bronzene Lanzenspitze geborgen werden. Das neue Metall, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, war teuer. Vor allem das Zinn war ein begehrter Rohstoff und musste von weither importiert werden. Dagegen gab es im Spessart Kupfervorkommen, die evtl. schon von den Menschen der Bronzezeit ausgebeutet wurden.
Bronzebeile oder Lanzenspitzen waren nicht einfach nur Werkzeuge oder Waffen, sondern ebenso Statussymbole. Der Reichtum, der sich in den Bronzebeilen oder auch Lanzenspitzen äußert, beruhte auf Überschüssen in der Landwirtschaft – sei es an Getreide oder Vieh – , die Kontrolle über die Gewinnung und Verteilung von begehrten Rohstoffen, sowie über wichtige Geländepunkte. Gleichzeitig zeugen diese Funde von einer schon während der Bronzezeit bestehenden Nutzung der Wegeverbindung im Spessart, die im Mittelalter zur Birkenhainer Straße ausgebaut wurde.

Die Thementafel aus der Ausstellung in Miltenberg von 2005