Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 1935; H. 3,5 cm, Br. 2,7 cm, T. 2,8 cm

Das nur 3,5 cm hohe, aus Hirschgeweih geschnitze Stück gibt uns eine Vorstellung über die Dimensionierung der Armbrüste, die auf der Burg Bartenstein im Einsatz waren. Die Nuss einer Armbrust hielt die gespannte Sehne fest und erlaubte ein Einlegen des Armbrustbolzens sowie ein Anvisieren. Durch Betätigung eines eisernen Hebels wurde der Einrastmechanismus der zylindrischen Nuss  gelöst, die Sehne entspannet sich und der Bolzen konnte rückstoßfrei abgefeuert werden.

Die Armbrustnuss von der Burg Bartenstein ist doppelt so breit wie ein entsprechendes Stück, welches im Jahre 2016 bei Grabungen auf der Burg Wahlmich bei Waldaschaff gefunden wurde.

Über den Eisatz von Armbrüsten auf der Burg Bartenstein liefern die 31 im gesamten Burgareal gefundenen Armbrustbolzen weitere Informationen. Sie stammen überwiegend aus der Brandschicht von 1333 und zeigen, dass Armbrüste bei der Erstürmung der Burg zum Einsatz kamen. Weitere Armbrustbolzen aus jüngeren Schichtenzusammenhängen sprechen dagegen für eine Nutzung der Waffe zu jagdlichen Zwecken.

Frühneuzeitliche Jagdarmbrust im Hessischen Landesmuseum Darmstadt