Das Köpfchen eines Spielzeugpferdes stammt aus dem nördlichen Zwinger der Burg Bartenstein. Dort lag es im Brandhorizont von 1333. In Farbe und Machart entspricht die reduzierdend gebrannte, unglasierte Keramik der aus dem gleichen Kontext stammenden Gebrauchs- und Ofenkeramik. Das Spielzeugpferdchen dürfte in einer regionalen Werkstatt im Umfeld von Würzburg gefertigt worde sein. Entsprechende Hafnereien sind für Karlstadt und Würzburg nachgewiesen.

Der Vergleich mit glasierten Pferdchen vom Alten Schloss in Kleinwallstadt und von der Burg Wahlmich bei Waldaschaff erlaubt die Ansprache des Fragments von der Burg Bartenstein als mittelalterliches Spielzeug. Mit ihm brachte sich die Ritterschaft, der damals höchste im ländlichen Raum präsente, weltliche Stand, den Kleinsten in Erinnerung. Für den Spessart sind solche Fundstücke für die zweite Hälfte des 13.  und für die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts belegt. Danach verdrängten Importe von mittelrheinischen Pfeifentonfiguren die entsprechende Produktion in den regionalen Töpfereien.