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Die kleinen Vorhängeschlösser lagen in der dorfseitigen Aufschüttung nördlich des nördlichen Zwingers der Burg Bartenstein. Sie wurde bei den Ausgrabungen im Sommer 2009 geborgen. Aus Eisen gefertigt, sind das eigentliche Schloss und sein Eingerichte in einem rechteckigen Gehäuse untergebracht, das in seinen Abmessungen und seiner Gestaltung nur unwesentlich von vergleichbaren Objekt aus dem 19. oder 20. Jahrhundert abweicht. Geöffnet bzw. verschlossen wurde das Vorhängeschloss mit einem Steckschlüssel.

 

Das mit Spreizfedern versehene Steckschloss war, da es bis auf die Federn keine weiteren beweglichen Teile aufweist, einfach und dennoch vielseitig einsetzbar. Das vermutlich von den Kelten entwickelte Federschloss wurde bis in das 18. Jahrhundert hergestellt. Gefertigt wurden solche technisch raffinierten Mechaniken von den Schlossern. Sie zählen zum metallverarbeitenden Schmiedehandwerk. Im Verlauf des späten Mittelalters lösten sich diese und andere Feinschmiede von den Grobschmieden und bildeten eigene Zünfte. Der Schlosser zeichnete sich für Vorhänge-, Tür- und Truhenschlössern sowie die dazu gehörigen Schlüssel verantwortlich.

Ähnliche Vorhängeschösser sind für die Grabungen des ASP für den Gotthardsberg bei Amorbach sowie für das Kloster Elisabethenzell nachgewiesen.

Auf der Burg Bartenstein konnten bislang elf zum Teil vollständige Vorhängeschlösser geborgen werden. Sie lassen sich über die Befundzusammenhänge in die Zeit zwischen dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts und dem 16. Jahrhundert datieren. Hier einige ausgewählte Beispiele:

Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 1961; H. 6,4 cm, Br. 6,1 cm, T. 2,4 cm
Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 1983; H. 8,5 cm, Br. 5,1 cm, T. 3,5 cm
Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 2611; H. 5,2 cm, Br. 4,8 cm, T. 3,5 cm
Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 2956; H. 4,0 cm, Br. 2,8 cm, T. 0,76 cm