In solchen Glashäfen wurde die Glasmasse aufgeschmolzen, um im Spessart des 13. bis 16. Jahrhundert daraus Flaschen, Trinkgläser und Fensterscheiben zu fertigen. Das Wandungsteil des Glashafens fand sich im Planierungsschutt der Burg Bartenstein. Vieles spricht dafür, dass am Anfang des 15. Jahrhunderts in den Boden gelangt sein dürfte. Das Vorhandensein zahlreiche Glastiegelfragmete lässt jedoch keinesfalls den Schluss zu, dass unmittelbar neben der Burg ein Glasmacherofen stand. Vielmehr zählen zerbrochen Glasschmelzhäfen als kostbares Recycelinggut zu den über die Burg umgeschlagenen und ggf. dort auch besteuerten Handelswaren der im Aubachtal tätigen Glasmacher.

Partenstein, Burg Bartenstein, Fd.-Nr. 3000; H. 9,0 cm, Br. 11,5 cm, T. 3,7 cm

Im Pflaster des 2016 freigelegten inneren Tores der Burg Bartenstein war ebenfalls das Fragment eines Glasschmelzhafens eingebaut. Wir gehen davon aus, dass es sich hier nicht um eine Flickung mit gerade verfügbarem Ersatzmaterial handelt, sondern dass das für eine Pflasterung denkbar ungegeinete Glashafenfragment auf die enge Verbindung von Burg und Glasmacherei verweisen möchte.