Im Herbst 2009 untersuchten wir im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten AöR, Forstbetrieb Rothenbuch, das Anwesen „Schlossplatz 3″ in Rothenbuch, Lkr. Aschaffenburg. Eine maßgebliche Förderung erfolgte durch die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

Aufgrund seiner Bauformen (Beschaffenheit des Mauerwerks und der Fenstergewände) und des noch heute in der Stirnseite des Gebäudes befindlichen Wappensteins kann das Anwesen, zumindest was dessen Außenmauern angeht, in die zweite Hälfte des 16. Jahrhundert datiert werden. Als zum Rothenbucher Schloss gehörige Zehntscheune wurde das Gebäude unter der Regentschaft des Mainzer Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg im Jahre 1576 errichtet. Das Anwesen gehört zu einem ganzen Ensemble von herrschaftlichen Gebäuden, die um das nach Aussterben der Grafen von Rieneck ebenfalls grunderneuerte Wasserschloss errichtet wurden. In diesem Zusammenhang zu erwähnen sind das 1566 errichtete ehemalige Zeughaus (heute Gasthaus „Zum Löwen“) und die 1575 eingeweihte Schlosskapelle.

Die an diesem Ensemble in den letzten Jahrzehnten durchgeführten, grundlegenden Sanierungsmaßnahmen blieben – zumindest was die Bodendenkmalpflege betrifft – durchweg unbeobachtet. Umso mehr Informationen konnten daher bei der archäologischen Untersuchung des Anwesens „Schlossplatz 3“ zu Tage gefördert werden.